Hautkrankheiten und Allergien

Hautkrankheiten und Allergien

Wenn Sie mit Pferden zu tun haben, werden Sie früher oder später ein Pferd antreffen, welches eine Hautkrankheit oder eine Allergie hat. Diese Probleme sind zwar nicht lebensbedrohlich, doch unansehnlich und schlimmer noch, oft sehr unangenehm für das betroffene Tier. Im Sommer bilden heisse, feuchte Tage und aggressive Insekten die idealen Bedingungen für Hautprobleme. Weiter können Pferde allergisch auf Futter- und/oder Pflegemittel sein.

Nachstehend einige der meist verbreiteten Hautproblemen von Pferden.

Sommerekzem
Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Stechmücken (Kribbelmücken oder Gnitzen). Am häufigsten sind Hautpartien mit senkrecht stehender Behaarung betroffen. So z.B die Schweifrüber, der Mähnenkamm oder auch die Bauchnaht. Doch auch die Kruppe und die Ohren sind beliebte Landeplätze. Der anfänglich kleine Stich beginnt stark zu jucken und veranlasst das betroffene Pferd zu scheuern. Dies oft bis die Haare gänzlich weg sind und sich auch noch offene, eitrige Stellen bilden. Das zieht dann leider noch mehr Insekten an.
Vorbeugend die Pferde deshalb mit Repellentien wie Itch Stop oder auch GO! Insektenschutz behandeln. Notfalls auch eine Ekzemerdecke einsetzen und die Pferde nicht abends oder nachts weiden lassen. Dann sind die Mücken am Aktivsten.

Betreffend Fütterung ist sicher auf eine sehr gute Spurenelementversorgung zu achten (Atlanta). Wir haben auch immer wieder gutes Feedback, wenn Futtermittel mit reduziertem Stärke- und Proteingehalt eingesetzt werden. Meines Wissens ist das noch nicht wissenschaftlich bestätigt, doch zeichnet sich ein Trend in Richtung Besserung ab, wenn wir die getreidefreien/kohlenhydratreduzierten Futtermittel im Einsatz haben. Weiter ist Schwarzkümmelöl ein natürliches Produkt, welches seit Jahrhunderten bei Hautproblemen und Immunschwächen zum Einsatz kommt

Nesselfieber (Urticaria)
Mit Flüssigkeit gefüllte Schwellungen vereinzelt oder gar flächendeckend ähnlich einer Buckelpiste. Meistens gehen sie nach Minuten bis Stunden von alleine wieder zurück. Am Häufigsten treten die Quaddeln am Hals, der Schulter oder im seitlichen Brustbereich auf. Jucken oder auch Fieber können begleitend auftreten. Schwillt gar der ganze Kopf an spricht man von einem Nilpferdkopf.
Die Ursachen sind sehr vielfältig. Von Bestandteilen im Futter, über Waschmittelrückstände in Decken bis hin zu Stress ist praktisch alles möglich. Das macht es zuweilen schwer den effektiven Auslöser zu finden. Deshalb wir oft relativ rasch zu antiallergisch wirkenden Arzneien gegriffen. Das bringt zwar Linderung, aber löst das Problem auf Dauer nicht.

Fütterungsseitig gehen wir das Problem so an, dass wir vorerst jegliches Mischfutter weglassen. Bessert sich der Zustand ist der Auslöser dann bereits gefunden. Es muss eine Komponente (=Zutat) aus dem Mischfutter sein. In einem nächsten Schritt setzen wir Einzelfuttermittel ein und zwar immer eines nach dem anderen und nie zwei aufs Mal. Zum Schluss kommt die Vitaminierung/Mineralisierung.

Dermatophilose / Regenekzem / Rain Rot
Bei dieser Störung, welche v.a. im warmem, feuchten Sommer auftritt dringt ein Bakterium über kleine Verletzungen oder aufgeweichte Haut ein. Es kommt zu Krustenbildung, die das Pferd nur wenig beeinträchtigen, da der Juckreiz ausbleibt und die Stellen auch nicht vereitern. Die Krusten heilen ab und können auch entfernt werden. Die Haut darunter ist praktisch normal, doch die Haare kommen in der Regel erst bei nächsten Fellwechsel wieder.

Fütterung: Auch hier empfehlen wir eine gute Versorgung der Hautzellen über Spurenelemente und bei besonders empfindlichen Pferden eine Unterstützung des Immunsystems

Warzen
Es gibt sie in allen möglichen Formen und man kann Ihnen definitiv ein eigenes Thema widmen.
Wenn sie nicht allzu fest stören lässt man sie am besten in Ruhe. Operative Entfernung scheinen sie gar nicht zu mögen und tun dem gerne damit kund, dass sie dann etwas grösser an gleicher oder anderer Stelle wieder kommen. Fütterungsseitig ist wenig bekannt, und ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen. Ich hatte zwei Pferde, die mit Warzen zu uns kamen und sie im Laufe der Zeit verloren. Allerdings hatte das eine Pferd schon vor es in meinen Stall kam Futter von uns und war sehr gut gehalten. Warzen sind und bleiben ein Buch mit sieben Siegeln.

Mauke
Die Mauke hat sich durch die Domestizierung des Pferdes entwickelt. Im Ursprungsgebiet der Pferde, in trockenen keimarmen Steppengebieten, wo natürliche Pferderassen einen normalen Haarwuchs in der Fesselbeuge haben, findet man keine Mauke.
Nasse Paddocks, ständiges Aufweichen der Haut durch Beine waschen, rassebedingter dichter Behang in der Fesselbeuge sowie erhöhter Keimdruck aus dem Boden und der Einstreu liefern die Voraussetzungen für die Entstehung der Mauke. Im frühen Stadium ist die Haut leicht gerötet, es folgen nässende bis eitrige Stellen. Weiter kommt es zu Rissen und es entsteht ein chronisches Problem. Sind die obersten Hautschichten dauerhaft zerstört kann sich wildes Fleisch bilden.
Um die Mauke zu verhindern ist auf gute Hygiene zu achten und Feuchtigkeit im Bereich der Fesselbeuge möglichst zu vermeiden. Sieht man erste Anzeichen einmalig mit milden Seifenprodukten waschen um Krusten aufzuweichen und zu entfernen. Bei starker Verkrustung sogar einen Nassverband über Nacht, damit die Krusten aufgeweicht werden. In der Folge werden antibiotische und z.T auch Cortisonhaltige Salben angewendet, die die Entzündung eindämmen, die Keime abtöten und die Haut beruhigen. Nach diesen ersten Massnahmen kann die Haut in der Folge mit Zinksalbe geschützt werden. Diese hält die Feuchtigkeit fern und hält die Haut geschmeidig.

Aural Plaques
Hier entstehen, vermutlich virusbedingt, helle Flecken in den Ohrmuscheln von Pferden. Übertragen wird der Virus ebenfalls von Kribbelmücken . Die Flecken sind flach bis leicht erhaben und weisen einen Durchmesser von ein bis zwei Millimetern auf. Sie werden oft fälschlicherweise als Pilzerkrankung angesehen. Manche Pferde stören sich gar nicht daran. Im Schlimmsten Fall kann es aber zu Headshaking führen. Nachdem Viren schwer zu bekämpfen sind steht die Prophylaxe im Vordergrund. Vorbeugend die Pferde mit Repellentien wie Itch Stop oder auch GO! Insektenschutz behandeln. Natürlich helfen auch Ohrenhauben die Mücken fernzuhalten.
Weiter sind unerwünschte Bewohner aller Art ein Thema, Das geht von Pilzen und Flechten zu Läusen und Haarlingen als typische Ektoparasiten. Weiter zu den Endoparasiten wie Ringwürmer. Diesen Tierchen widmen wir zu einem anderen Zeitpunkt ein Thema.

 

Achten Sie allgemein auf Sauberkeit

  • Putzen Sie Ihr Pferd vor und nach dem Reiten gründlich. Kontrollieren Sie die Haut auch an an weniger gut sichtbaren Stellen. Zwischen Kinn und Kehle, Brust, zwischen den Hinterbeinen
  • Halten Sie auch Ihr Sattelzeug sauber und entfernen Sie regelmässig Schweiss und Schmutz
  • Idealerweise hat jedes Pferd sein eigenes Putzzeug
  • Striegel und Bürsten regelmässig reinigen
  • saubere, gut sitzende Decken (Widerrist!) und Schabracken verwenden