Cushing Syndrom

Das Cushing Syndrom entsteht durch einen Tumor oder übermässiges Gewebewachstum in der Hirnanhangsdrüse und wird bei älteren Pferden beobachtet. Bei diesen Pferden werden hohe Werte des adrenocorticotropen Hormons (ACTH) gemessen, welche durch eine übermässige Ausschüttung von Cortisol aus den Nebennieren hervorgerufen werden. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Hufrehe oder es entwickelt sich eine durch das Cortisol hervorgerufenen Unempfindlichkeit gegenüber Insulin. Das Cushing Syndrom zeigt sich an übermässigen Fellwachstum und mangelhaftem Fellwechsel, grossem Durst, starkem Schwitzen, übermässigem Urinieren, Lethargie und mangelndem Appetit.

Zur Behandlung des Cushing Syndroms wird in der Regel Pergolide eingesetzt, welches das übermässige Gewebewachstum in der Hirnanhangsdrüse unterdrückt.

Wie wird ein Cushing Pferd gefüttert?
Cushing Pferde brauchen ein niederglykämisches Futter. Das bedeutet, dass nach der Aufnahme von Futter die Glukose- und Insulinwerte im Blut nur geringfügig ansteigen sollen. Kohlenhydratreiches Raufutter oder Weidegras sowie Getreidemahlzeiten bewirken genau das Gegenteil und können bei Cushing Pferden rasch zu einer Hufrehe führen. Doch auch diese Pferde brauchen Nährstoffe, um ihren täglichen Bedarf zu decken.

Bei übergewichtigen Cushing Pferden sollten die Mahlzeiten zum grössten Teil aus Heu bestehen, welches nach der Blüte geerntet wurde. Der tägliche Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen kann über das Konzentrat Atlanta zugeführt werden. Die meisten Konzentrate, so auch Atlanta sind nicht wirklich schmackhaft.

Die besten Erfahrungen haben wir gemacht, wenn das Konzentrat in wenig Optibeets „versteckt“ wird.

Pferden, die Mühe haben ihr Gewicht zu halten, müssen weitere Nahrungsquellen angeboten werden. Wichtig ist, dass diese eine niederglykämische Antwort haben.

Lumbago, das fettreiche und kohlenhydratarme Mischfutter (vitaminiert und mineralisiert) liefert die zusätzlich benötigten Kalorien und Nährstoffe. In Lumbago sind die energiereichen Kohlenhydrate und die Stärke zwar reduziert, doch enthält es Pflanzenöl, Reiskleie, Sojaschalen und Rübentrockenschnitzel, welche über Fett und hochverdauliche Rohfaser sehr viel Energie liefern.

Bei der Wahl des Futters sollte somit unbedingt die Etikette genau studiert werden. Es gibt zahlreiche Futter auf dem Markt, welche zwar Kohlenhydrat- und Stärkereduziert sind, jedoch auch sehr wenig Rohnährstoffe und Energie enthalten. Dies ist sicher nicht das Richtige, wenn ein Pferd zunehmen sollte.

Ebenfalls ungeeignet sind die meisten “Seniorenfutter”, da diese meist auf kohlenhydratreichen Komponenten aufbauen und auch Melasse enthalten.