Belohnungswürfel richtig einsetzen

Für wen soll es sich lohnen ?

Synonyme: Abfindung, Anerkennung, Auszeichnung, Ehre, Ehrung, Lohn, Preis, Würdigung

Alle diese Begriffe stehen im Zusammenhang mit „Belohnung für etwas Vollbrachtes“ (und nicht „Vorkasse“)

Belohnungswürfeli sollten immer und ausschliesslich zur Würdigung eines von uns gewünschten Verhaltens des Pferdes eingesetzt werden. Wenn wir dem Pferd etwas „erklären“ oder beibringen möchten und es dies dann auch so macht, wie wir es gerne hätten passt die Belohnung. Das Pferd hat ein positives Erlebnis und lernt. Wir können uns selber dann im Prinzip auch gleich eine Belohnung geben, zumal wir es ja geschafft haben dem Pferd verständlich zu machen was es tun soll.

Die Belohnung geben wir dann unmittelbar nach dem Vollbrachten,wenn noch ein Bezug dazu besteht und nicht erst zwei Stunden später.

Belohnungswürfel dürfen nie als Lockmittel oder zur Überzeugung eingesetzt werden. Weil das ist dann eher „Vorkasse ohne Garantie auf Lieferung“! Ein typisches Beispiel ist falsches Verladetraining oder wenn das Pferd sonst irgendwohin nicht mitgehen will. Wenn wir ihm immer wieder für’s Stehenbleiben ein Gutzi geben, werden wir bald um jeden Schritt betteln, denn wir würdigen ja das falsche Verhalten. Ich geb Dir ein Würfeli und dafür steigst Du dann brav und unverzüglich in den Hänger? Das Pferd wird nie ein Belohnungswürfel zum Befehl nehmen in den Hänger zu steigen. Wenn das trotzdem so ist, dann ist es ein gelernter Zirkustrick.

Liebe geht durch den Magen – in diesem Fall aber lieber nicht. Geben Sie nicht eine Belohnung, wenn Sie sich freuen Ihr Pferd zu sehen. Also nicht in den Stall kommen und gleich Belohnungswürfel verfüttern. Setzen wir diese gezielt als Anerkennung für von uns verlangtes Verhalten ein. Dann behalten die Gudelis ihren Stellenwert. Auch unterstützen wir damit nicht das Erwerben von Fehlverhalten. Es gibt Pferde, die sonst bald damit beginnen Aufmerksamkeit von uns zu verlangen, jedes Mal wenn wir in Sichtweite kommen. Und dieser Schuss geht meist nach hinten los. Denn das geht von Klopfen mit den Hufen an die Boxenwand, zu Scharren bis hin zu Koppen.

Vergessen wir aber folgendes nicht. Das Pferd hat ganz feine Sensoren und spürt unseren Gemütszustand. Also freuen Sie sich von Herzen und zeigen Sie dem Pferd das auch mit Ihren Emotionen.

Sprechen Sie mit ihm, tätscheln sie es. Das ist oftmals die wertvollere und bestimmt auch nachhaltigere Anerkennung und Wertschätzung.

Natürlich freue ich mich trotzdem, wenn Sie Gefallen an unseren Belohnungswürfeln finden. Es gibt ja genug passende Gelegenheiten diese zu geben.